Angst

"Angst ist eine Volkskrankheit", titelte Die Welt im Jahr 2015. Tatsächlich leiden Schätzungen zufolge 8 bis 15% der Menschen in Deutschland an Angsterkrankungen. Die Inzidenzrate ist also enorm hoch. Trotz dieses extrem häufigen Vorkommens wird Angst in unserer Gesellschaft wenig thematisiert oder gar als persönliche Schwäche betrachtet und folglich von den Betroffenen (verständlicherweise) nicht selten verheimlicht. Dies trägt dazu bei, dass Menschen mit Angstproblematiken oft das Gefühl haben, mit ihren Schwierigkeiten alleine zu sein.

Dabei sind viele Ängste einerseits sehr gut nachvollziehbar und andererseits durch die moderne Psychotherapie leicht zu behandeln. Im Vergleich zu anderen psychischen Problemen kann man also von einer verhältnismäßig optimistischen Prognose sprechen.

In verhaltenstherapeutischen Kontexten stellen Konfrontationstraining bzw. systematische Desensibilisierung das übliche Vorgehen zur symptomatischen Behandlung der meisten Angststörungen dar. Des Weiteren werden vielfach progressive Muskelrelaxation, autogenes Training, allgemeine meditative Techniken und Gespräche zur kognitiven Umstrukturierung eingesetzt. Diese Verfahren wende ich ebenfalls an.

Dennoch sind die körperlichen Erscheinungsformen von Angstsymptomen mitunter trotz aller Interventionsmaßnahmen nicht für alle Betroffenen kontrollierbar. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die Angst vor der phobischen Situation auch aus einer objektiven Perspektive nicht völlig unberechtigt ist. Zur Veranschaulichung ein Beispiel: Wenn jemand Angst vor Spinnen hat (spezifische Phobie), so ist es einfach, den Betroffenen exakt der Situation auszusetzen, vor der er sich fürchtet, ohne dass er negative Konsequenzen erfährt. Folglich lernt er sukzessive, dass er keine Angst haben muss und er wird schnell in der Lage sein, auch große Spinnen ohne Probleme beliebig lange zu berühren.

Anders ist der Fall aber beispielsweise bei einigen Varianten von sozialen Ängsten beschaffen. Falls die betroffene Person beim Halten eines Vortrags in ihrer Firma Paniksymptome zeigt oder anderweitig als sozial unsicher erscheint, sind damit tatsächlich oftmals reale Negativkonsequenzen verbunden. Nicht selten werden oberflächliche Urteile über die Persönlichkeitsstruktur des Betroffenen gefällt; er wird als nicht souverän oder gefestigt genug betrachtet usw.

Zu allem Überfluss wird gerade in der heutigen Zeit in vielen Berufsfeldern "sicheres Auftreten" vorausgesetzt, wodurch für Menschen mit sozialen Ängsten viele Arbeitsfelder unzugänglich werden. Auch in einem Trainingssetting zur Angstbewältigung kann man soziale Situationen, die mit Angst und Panik verbunden sind, oftmals nicht exakt herstellen. In dem zuvor skizzierten Fall wäre es zwar möglich, das Halten von Vorträgen zu üben, aber die Angst besteht oftmals gerade davor, in der entscheidenden Situation bzw. vor Personen, deren Urteil für den eigenen Werdegang von zentraler Wichtigkeit ist, zu „versagen“.

Dennoch lässt sich über solche Trainingsmethoden in Verbindung mit den oben angeführten Verfahrenstechniken in nahezu jedem Fall eine deutliche Linderung der Problematik erreichen. Hierfür analysiere ich Ihre Lebenssituation sehr genau auf sämtliche Einflussfaktoren, welche die neuropsychologische (Dis-)Stressintensität erhöhen. Ebenso arbeite ich Ihre Ressourcen heraus, durch die Sie aus eigener Kraft zu einem besseren Umgang oder gar zu einer Bewältigung ihrer Ängste gelangen können.

In diesem Zusammenhang werde ich Sie dabei unterstützen, einen positiveren Bezug zu sich selbst in Verbindung mit mehr Lebensqualität und Befreiung von Stress aufzubauen, damit Ihnen ein größeres Gegengewicht zu den Situationen zur Verfügung steht, in welchen ansonsten eine übermächtige Angst entsteht.